Ein Stein erobert die Welt

Eine kleine Einführung über die Bedeutung des Roten Wesersandstein.

Der Buntsandstein, in Fachkreisen

-            Roter Weserhartsandstein

-            Roter Wesersandstein

-            Sollingstein

-            Sollingsandstein

genannt.

Er zeichnet sich durch seine besonderen Materialqualitäten

-            Härte

-            Witterungsbeständigkeit

-            beste steinmetzmäßige Bearbeitbarkeit

und in einigen Vorkommen auch durch

-           Spaltbarkeit aus.

Als erster bedeutender Bau im Weserbergland, bei dem das Gestein Verwendung fand, gilt das Westwerk der Abteikirche Corvey, die in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstand.

Entstehung des Material

Der rote Wesersandstein entstand vor Jahrmillionen.

Die aus dem, zeitweise von Wasser bedeckten, entstandenen Höhenzüge des „Germanischen Becken“ bergen unseren roten Wesersandstein.

Die rotbraune Farbe des Gesteins weist auf die Oxidation feinster Eisenpartikel in dem trocken - warmen Klima der Entstehungsphase vor rund 200 Millionen Jahren hin.

Die in Südniedersachsen weit verbreitete Schichtenfolge des Bausandstein der Solling-Folge (Mittlerer Buntsandstein) steht derzeit nur im Gebiet zwischen Holzminden-Eschershausen-Stadtoldendorf, bei Bodenwerder sowie im Raum Bad Karlshafen in Abbau.

Geologische Formation

Untere Trias, Hauptbuntsandstein

Handelsbezeichnung.

Nach dem gesamten Gebiet des Vorkommens.

Der Abbau erfolgte früher in ca. 100 – 150 verschiedenen Steinbrüchen. Deren einzelne Materialien sich jedoch nur unwesentlich unterscheiden.

Petrographische Beschaffenheit des Sandstein ist sein gleichmäßig feinkörniger Quarzsandstein mit toniger und kieseliger Bindung von äußerst gleichmäßiger Beschaffenheit.

Farbe = dunkles, pastellartiges Rotbraun.

Arbeit in den Sollingsteinbrüchen um die Jahrhundertwende.

Mühsam mußte mit Hacke und Schaufel in Handarbeit der Abraum beseitigt werden, ehe man an den abbauwürdigen Stein herankam.

Der Steinbrecher hat die Aufgabe, das Gestein zu lösen. Dabei unterscheidet er Schichtgestein vom Quadergestein. Das letztere kann nicht gespalten werden, da es nicht geadert ist. Der Steinstoßer bricht den Stein auseinander. Der Steinmetz bearbeitet dann die Steine mit Zweispitz, Spitzeisen, Kröneleisen, Stockhammer, Scharriereisen, Zahneisen und Schlageisen.

Steingewinnung heute

Die Steingewinnung erfolgt durch das Abspalten von Blöcken mit Keilen, da die allgemein übliche Form des Sprengens Beschädigungen zur Folge haben könnte. Vorarbeit leisten Preßluft-Bohrhämmer, die Löcher in das Gestein treiben. Ein nicht unerheblicher Teil der gewonnen Massen werden noch im Steinbruch bearbeitet. Hier erfolgt das Stoßen und Spalten, ein Vorgang der neben Kraft vor allem feines Gespür verlangt.